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Diagnostik

Wesentliches Kriterium für die Diagnose einer Demenz ist der Nachweis von stark ausgeprägten kognitiven Defiziten, die zunehmend zum Verlust erlernter Fähigkeiten und Fertigkeiten führen und die Betroffenen in ihren Lebensaktivitäten stark einschränken. Eine alleinige Diagnose durch "Biomarker" ist bis heute nicht möglich. Der Verdacht auf eine Demenzerkrankung bzw. der Ausschluss reversibler Demenzursachen (i.S. einer Differentialdiagnostik) kann durch folgende Zusatzuntersuchungen unterstützt werden:

Vor der Durchführung diagnostischer Maßnahmen ist die Frage der Einwilligungsfähigkeit zu klären, die bei einer Demenz beeinträchtigt sein kann.

Nach der Durchführung aller notwendigen diagnostischen Schritte erfolgt eine Diagnosestellung nach ICD-10 Kriterien. Im klinischen Alltag etabliert hat sich zusätzlich eine Unterscheidung in drei Schweregrade der Demenz.

Bei der Aufklärung sollte die große Tragweite einer Demenzdiagnose für Erkrankte und Angehörige berücksichtigt werden.

Empfehlungen nach DGPPN/DGN-S3-Leitlinie "Demenzen", 2009:

Eine frühzeitige syndromale und ätiologische Diagnostik ist Grundlage der Behandlung und Versorgung von Patienten mit Demenzerkrankungen und deshalb allen Betroffenen zu ermöglichen.1
(Good clinical practice, Expertenkonsens)
Bei der Durchführung diagnostischer Maßnahmen ist die Einwilligungsfähigkeit des Patienten zu prüfen und zu berücksichtigen. Es sind ggf. Maßnahmen zu ergreifen, um eine gesetzliche Vertretung des Betroffenen für Fragen der Gesundheitsfürsorge zu schaffen.2
(Good clinical practice, Expertenkonsens)
Die Diagnose einer Demenz ist eine Syndromdiagnose und soll auf anerkannten Kriterien fußen, wie sie z.B. in der ICD-10 niedergelegt sind. Demenz ist zunächst eine klinische, beschreibende Diagnose; eine prognostische Aussage ist damit nicht impliziert. Hinter der Syndromdiagnose verbirgt sich eine Fülle von ursächlichen Erkrankungen, die differenziert werden müssen, da erst die ätiologische Zuordnung eine fundierte Aussage über den Verlauf und die Behandlung erlaubt. Eine erste ätiologische Differenzierung kann ebenfalls an klinischen Merkmalen, die z.B. in der ICD-10 gelistet sind, erfolgen. Die ätiologische Zuordnung anhand dieser klinischen Merkmale allein ist aber unzureichend.4
(Good clinical practice, Expertenkonsens)

Hier finden Sie einen Überblick zur Diagnostik als PDF.

Aktualisiert am 04.10.2012 17:51:16